1968 entwickelte der Kreis Gießen das Stützpunktprogramm. Es sollte den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz sicherstellen. Das Kreisgebiet wurde in vier Stützpunktabschnitte aufgeteilt, Hungen wurde Standort eines solchen Stützpunkts.

Da die Stadt Hungen sowieso ein neues Feuerwehrhaus errichten musste, um den modernen Ansprüchen zu entsprechen, wurde das Stützpunktgebäude am Grassee geplant. Am 15. November 1971 erfolgte der Spatenstich für den Neubau. Zunächst wurde ein Fahrzeughalle mit sieben Boxen sowie ein Schlauchtrockenturm mit 23,50 Metern Höhe errichtet. Auch die Schlauchwaschanlage wurde zu damals errichtet, an die sich die vollautomatische Schlauchaufhängung im Schlauchturm anschließt. Der Unterrichtsraum bietet 60 Personen Platz.

Im Kellerraum bezog später die Jugendfeuerwehr Quartier, im Erdgeschoss ist zudem ein Funkraum angebracht. Die erste Etage wird vom Deutschen Roten Kreuz Hungen genutzt, die hier unter anderem die Räume des Notfalltelefons eingerichtet hat.

Bereits nach einigen Jahrzehnten wurde die Fahrzeughalle zu klein, sodass ein Anbau von zwei weiteren Boxen erfolgte. Hinter diesem Anbau befindet sich auch die interkommunale Atemschutzwerkstatt für Hungen, Lich, Grünberg, Laubach und Reiskirchen.

Seit 2020 wird das Feuerwehrhaus, welches mittlerweile die Stützpunkfunktion verloren hat, saniert. Unter anderem erhält das Gebäude eine moderne Heizung via zentralem Blockheizkraftwerk, den modernen Ansprüchen genügende Umkleideräume und Toiletten. Zudem werden neue Stellplätze für Fahrzeuge geschaffen, da ein bisheriger Stellplatz für die Erweiterung der Umkleidekabinen benötigt wird. Der Umbau soll 2024 beendet werden, derzeit wird mit Baukosten von 2,24 Millionen Euro gerechnet (Stand 28. Februar 2021).  (de)