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(de). 1000 Einsatzstunden mehr als noch im Vorjahr – diese Zahl kann man in der Statistik der Hungener Kernstadtfeuerwehr finden. Ein Hauptgrund für diese stattliche Steigerung ist das große Unwetter, welches Ende Mai Bellersheim, Obbornhofen und Trais-Horloff heimsuchte. Noch einen Tag später war die Feuerwehr im Einsatz.

Von insgesamt 74 Einsätzen berichtete Wehrführer Christian Seibert auf der Jahreshauptversammlung. 21 Brände wurden gelöscht – darunter ein Feuer im Seegebiet Inheiden. Während die Freiwillige Feuerwehr noch auf der Rückfahrt von einem Küchenbrand war, kam der Alarm: Eine Gartenhütte würde brennen. Vor Ort standen jedoch ein Wohnwagen und ein Wochenendhaus in Flammen, ein zweites Gebäude begann bereits zu Kokeln. Im Sommer brannten zudem eine Scheune in Nonnenroth und in Hungen ein Mähdrescher. Belastend war ein Verkehrsunfall in der Niddaer Straße: Obwohl der Unfallort direkt vor der Rettungswache des DRK lag und das Unfallopfer sofort medizinisch betreut wurde, kam jede Hilfe zu spät.

Die Einsatzabteilung wuchs um vier Mitglieder (Bianca Scheld, Gomba Amasi-Abbey, Malik Islamagic und Mark Uljuschew) auf nun 46 Aktive, davon acht Frauen. 13 der Feuerwehrleute wohnen jedoch nicht in Hungen, sondern unterstützen die Wehr als Tagesalarmbereitschaft. 13 Lehrgänge und Seminare wurden besucht. Im März wurde das neue Löschfahrzeug 20 nach Hungen geholt. Das alte Löschfahrzeug 16 ist mittlerweile verkauft worden. „Ein emotionaler Moment. Es hat mich und viele andere das ganze Feuerwehrleben begleitet“, erklärte Wehrführer Christian Seibert.

Der nächste Abschied kündigt sich bereits an: Die Drehleiter fiel bei der Prüfung durch, sie darf nun nicht mehr ausrücken. Die Licher Drehleiter rückt nun auch nach Hungen mit aus. Der Feuerwehrverein beschloss an diesem Abend einstimmig, die mögliche Neuanschaffung einer Drehleiter durch die Stadt Hungen mit 15000 Euro zu unterstützen.

Aus der Jugendfeuerwehr berichtete Daniel Butzin. Bei der Betreuung der elf Jugendlichen, davon drei Mädchen, wird er durch Tobias Rudel unterstützt. Beim Stadtpokal wurde das erste Team Zweiter, das zweite Team Achter. Beim Kreisentscheid landete man auf Platz sechs. Im Sommer waren die Hungener Feuerwehren Gastgeber des Landesentscheids, der Hessenmeisterschaft der Jugendfeuerwehren.

Die Alters- und Ehrenabteilung rund um Ehrenstadtbrandinspektor Richard Pleyer traf sich jeden Donnerstag und packte zudem beim Landesentscheid, dem Schäfer- und dem Brunnenfest an. Befördert wurden Bianca Scheld zur Feuerwehrfrau, Gomba Amasi-Abbey, Malik Islamagic, Ben Gleske und Mark Uljuschew zum Feuerwehrmann, Nidja Keil und Rebecca Seibert zur Oberfeuerwehrfrau, Tobias Rudel zum Oberfeuerwehrmann, Florian Keil zum Hauptfeuerwehrmann, Tanja Butzin zur Löschmeisterin, Christian Kaiser zum Löschmeister, Florian Vornlocher zum Oberlöschmeister sowie Henrik Bender zum Brandmeister.

Bürgermeister Rainer Wengorsch dankte der Feuerwehr für ihre Einsatzbereitschaft. Er berichtete, dass in die Ertüchtigung des Stützpunktgebäudes rund 2 Millionen Euro fließen werden. Stadtbrandinspektor Udo Träger lobte die Feuerwehr auch als Kulturträger, der bei Festen tatkräftig mit anpackt: „Der Feuerwehrverein ist für das kulturelle Leben sehr bedeutend und eine Stütze in der kommunalen Gesellschaft.“

Aus dem Feuerwehrverein berichtete Vorsitzender Michael Tröber. Unter anderem war man Mitausrichter der Schäferstadtkirmes und mit einem Stand auf dem Brunnenfest vertreten. Die Jahresabschlussfeier wurde von einem Brandeinsatz in Rodheim unterbrochen. Der Verein zählt nun 362 Mitglieder. In diesem Jahr steht der Tag der offenen Tür am 22. September auf dem Terminplan. Geehrt wurden Daniel Moll für 15 Jahre und Silvia Ritter für 30 Jahre aktiven Dienst sowie Mario Jähn für 25 Jahre passive Unterstützung. Walter Schremmer übergab zudem einen Ordner mit gesammelten Zeitungsausschnitten von 2013 bis 2017 an die Vereinsführung.

Bei den Wahlen wurden Jürgen Moll und Henrik Bender als stellvertretende Vorsitzende bestätigt. Schriftführer bleibt Jens-Udo Pohl. Neuer Kassenprüfer ist Stefan Peinzger.